05
Mar, 2018
5
Von
Dr. Gerrit W. Hartung

Mercedes GLK - Gutachter klärt Betroffenheit im Abgasskandal

Mit der anstehenden Beweisaufnahme und der Forderung des Gerichts, die Betroffenheit eines Mercedes GLK 220 CDI im Abgasskandal per Gutachten nachzuweisen, ist das Thema „Klage gegen Mercedes im Abgasskandal“ in einem ganz besonderen Einzelfall vom Landgericht Köln auf eine neue Stufe gehoben worden.

Die nach Meinung des beteiligten Verbraucheranwalts Dr. Gerrit Hartung von MBK aus Mönchengladbach grundsätzlich verbraucherfreundlich auftretende Kammer ließ sich vom Anwalt der Gegenseite nicht beeinflussen. Das Gericht hatte als einziges Argument zur Entlastung des Händlers aufgeführt, dass eine Betroffenheit gerade dieses Motors nicht nachgewiesen werden könne.

„Warum eigentlich nicht?“ – Für Rechtsanwalt Dr. Hartung, der den Eigentümer eines Mercedes GLK 220 CDI in einer Klage auf Rückgabe und Erstattung des Kaufpreises gegen einen Händler aus Köln vertritt, ist die Forderung des Gerichtes nach Nachweisen der Betroffenheit der Schritt in die richtige Richtung: „Ein Gutachten wird nachweisen, dass das Auto nicht den in der Zulassungsgenehmigung hinterlegten Spezifikationen z. B. in Sachen Emissionen und Verbrauch entspricht. Damit wird es zur Nebensache, ob es sich bei den Rückrufen dieses Typs um eine KBA-Zwangsmaßnahme oder ein „Service-Angebot“ von Mercedes handelt!

Interessant dabei: Als „Händler“ ist die Daimler AG selbst beteiligt, der Mercedes-Händler vor Ort tritt lediglich als dessen Vertreter auf. Hartung: „Das ist eine Besonderheit im Gegensatz z. B. zu Klagen gegen VW-Händler, die selbst in der Verantwortung stehen.“

In der Vergangenheit hatte es bereits einen Hinweisbeschluss des LG Münsters gegeben. Hier hatte das Gericht den Nachweis in die Hände von Mercedes gelegt. Im aktuellen Fall wird es aber nicht den langen Ausreden-Ketten der Daimler-Rechtsabteilung überlassen bleiben, sondern gutachterlich geklärt werden, ob ein GLK betroffen ist oder nicht.

Dr. Hartung – Fachanwalt für Strafrecht – geht davon aus, dass im verhandelten Fall nur noch die Tatsache von Belang ist, ob das Auto der Zulassungsgenehmigung entspricht – und das lässt sich nur durch ein Gutachten klären: „Wenn der GLK der Zulassungsgenehmigung nicht entspricht, dann werden wir das Verfahren gewinnen und damit im Dieselskandal eine rechtsprägende Entscheidung gegen Mercedes erstreiten können.

Der Kläger hatte sich auf die Veröffentlichungen von Mercedes berufen, nachdem die OM 642 und 651 Motoren ein thermisches Fenster nutzen, um bei Belastung angeblich zur Schonung wertvoller Bauteile die Abgasreinigung automatisch abschalten zu können. Für Mercedes ist dies kein Eingeständnis der Schummelei, sondern nur eine in Gänze ausgenutzte Möglichkeit, zum Schutz von Bauteilen entsprechende Software zu nutzen.

Dr. Hartung verweist in diesem besonderen Fall auch auf drohende Fahrverbote: „Hier wird es sicher keine Ausnahmen für Autos geben, die Abgasreinigung und Stickstoffdioxid-Reduktion nur unterhalb bestimmter Temperaturen leisten.“

Dr. Hartung: „In der Sache macht das alles keinen Unterschied, außer, dass das Kraftfahrtbundesamt die Manipulationen an Mercedes-Motoren bislang nicht als absichtliche Schummeleien wertet. Unsere Verfahrensstrategie ist es nachzuweisen, dass der Motor nicht der Zulassungsgenehmigung entspricht und eine Permanentschaltung der Abgasreinigung zwangsläufig zu einer Überhitzung wertvoller Bauteile führen muss. Daher ist das Softwareupdate für unseren Mandanten keine Option. Sein Dilemma lässt sich nur durch die Rückgabe lösen.“ 

Für MBK ist das Verfahren der Schlüssel zur Definition der rechtlichen Möglichkeiten von Mercedes-Eigentümern gegenüber Händlern und dem Hersteller: „Wir wollen hier ein juristisches Tor öffnen, denn gerade bei den GLK-Modellen hat der Dieselskandal zu erheblichen Wertverlusten geführt. Das Auto hat einmal weit jenseits der 50.000 Euro gekostet und ist als dreijähriger Gebrauchter nur noch die Hälft wert!“

MBK hat unter juristischer Federführung von Dr. Hartung weitere Klagen gegen die Daimler AG eingereicht. Der Rechtsanwalt ist Kooperationsanwalt der IG Dieselskandal. Mitglieder erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung ihres Falles.

Mercedes GLC 250d

Daimler-SUV Offiziell nicht betroffen aber trotzdem mangelhaft: Jetzt soll ein Gutachten helfen.

Mehr lesen

Gutachten im Abgasskandal

Gutachten werden immer wichtiger. Immer mehr Gerichte gehen in die Beweisaufnahme!

Mehr lesen

Urteil gegen die VW-Bank

Das Aktenzeichen I-2 O 45/17 steht für ein absolutes Sensationsurteil.

Mehr lesen

Mercedes muss VITo, GLC und C-Klasse zurückrufen

Mercedes muss auf Anordnung des Kraftfahrtbundesamtes deutschlandweit 238.000 Diesel-PKW zurückrufen. Die KBA-Zwangsmaßnahme betrifft neben dem Vito Tourer mit 1,6 Liter Hubraum auch den GLC mit 4-Zylinder-Rehenmotor (OM651, ab 2015) und die zwischen 2014 und 2016 gebauten 220d der C-Klasse, ebenfalls Euro 6 und OM651.

Mehr lesen

Fahrverbot für Diesel in Düsseldorf

Wann ein Fahrverbot in Düsseldorf kommt und wen es trifft, ist durch den sogenannten Luftreinhalteplan für die Stadt Düsseldorf noch nicht konkret geregelt.

Mehr lesen

Abgasskandal: Gewährleistungspflicht verjährt nicht

Zwei Jahre haben Betroffene im Dieselskandal Zeit, ihren Händler zur Verantwortung zu ziehen – danach endet die Gewährleistung und Schadensersatzansprüche können nur noch gegen den Hersteller gestellt werden.

Mehr lesen

Mercedes C-Klasse wird zum Sorgenkind im Abgasskandal

Mercedes steht neuer Ärger ins Haus: Nachdem das KBA beim Vito verbotene Abgasvorrichtungen entdeckt hatte, ergeben weitere Untersuchungen, dass wohl auch die C-Klasse betroffen ist.

Mehr lesen

KBA ruft Vito Tourer zurück - Mercedes im Abgasskandal

Mercedes muss 6000 Diesel weltweit zurückrufen. Damit reiht sich das Unternehmen als letztes der „Big Five“ ganz offiziell in die Reihe der Übeltäter ein, die offiziell mit Zwangsmaßnahmen des Kraftfahrtbundesamtes belegt wurden.

Mehr lesen

Musterverfahren im Abgasskandal

Das – so befürchten Kritiker – ist nichts Halbes und nichts Ganzes; aber immerhin: Das am 9. Mai 2018 von der Bundesregierung auf den Weg gebracht Musterverfahrensgesetz ist weit davon entfernt, Verbraucheransprüchen an eine Massenklage nach US-amerikanischem Vorbild zu entsprechen.

Mehr lesen

Betrugssoftware ist ein erheblicher Mangel

In einer aus Verbrauchersicht sehr erfreulichen Urteilsbegründung – Aktenzeichen 6U409/17 – definiert ein deutsches Obergericht die Schummelsoftware von VW als einen „erheblichen Mangel“.

Mehr lesen

Fahrverbot Düsseldorf - Messwerte machen Sorgen

Die Düsseldorfer Luft ist noch dicker als bislang angenommen. Der WDR hat in der Landeshauptstadt an verschiedenen Orten Messstationen eingerichtet und nach Auswertung der Daten festgestellt, dass nicht nur an den offiziellen Messpunkten Grenzwerte überschritten werden, sondern grundsätzlich da, wo auch viel Verkehr ist.

Mehr lesen

Fahrverbote in Hamburg

Was bedeutet das Dieselfahrverbot in Hamburg? Rechtsanwalt Dr. Gerrit Hartung ist Herausgeber des Portals www.pkw-rueckgabe.de und engagiert sich auf Verbraucherseite im Abgasskandal für betroffene Mandanten.

Mehr lesen

Fahrverbote für Diesel

In immer mehr deutschen Städten zeichnen sich Fahrverbote für Diesel-Fahrfahrzeuge.

Mehr lesen

Abgasskandal: Klage gegen die Daimler AG

Mit der anstehenden Beweisaufnahme und der Forderung des Gerichts, die Betroffenheit eines Mercedes GLK 220 CDI im Abgasskandal per Gutachten nachzuweisen, ist das Thema „Klage gegen Mercedes im Abgasskandal“ in einem ganz besonderen Einzelfall vom Landgericht Köln auf eine neue Stufe gehoben worden.

Mehr lesen
Wir rufen an Werktagen von 8 bis 17 Uhr innerhalb von 60 Minuten zurück!
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.